Presse

Telgte und Warendorf: Unfälle an Bahnübergängen verhindern

Partner setzen auf Information und Aufklärung // mehr als 90 Prozent der Unfälle durch Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer

Die Kooperationspartner Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), eurobahn/Keolis, Bundespolizei und Deutschen Bahn (DB) verstärken gemeinsam ihre Anstrengungen, die Öffentlichkeit insbesondere im Raum Telgte und Warendorf über das richtige und sichere Überqueren an Bahnübergängen zu informieren. In den zurückliegenden Monaten kam es durch das Fehlverhalten von Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern an Bahnübergängen zu Unfällen mit Todesfolge, Verletzten und erheblichen Sachschäden.

Ziel der aktuellen Gemeinschaftsaktion ist es, alle Verkehrsteilnehmer für mögliche Gefahren an den Kreuzungen von Straße und Schiene zu sensibilisieren und so Unfälle zu verhindern. Denn mehr als 90 Prozent aller Unfälle gehen auf das Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer, besonders der Autofahrer, zurück. Dazu zählen Leichtsinn, Unkenntnis  und Unaufmerksamkeit – beispielsweise das Lesen von Nachrichten auf dem Smartphone oder das Hören von Musik über Kopfhörer - lenken von den Warnsignalen herannahender Züge ab. Um Bahnübergangsunfälle zu vermeiden, wurde bereits im Jahr 2002 eine Kampagne mit dem Titel „sicher drüber“ initiiert.

Dazu gibt es hier Hinweise.

Gerade entlang der Strecke Münster – Telgte – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unfällen gekommen. Allein Keolis hat mit der eurobahn seit Januar dieses Jahres bereits sechs Unfälle verzeichnet. Eine PKW-Fahrerin verstarb, es gab mehrere Verletzte. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich in Summe auf rund 1,7 Millionen Euro.

Deshalb planen Keolis/eurobahn, NWL, Bundespolizei und Deutsche Bahn gemeinsam regionale Aktionen mit Hinweisen, Plakaten, Flyern und einem besonderen Verkehrssicherheitstag.

In der Vergangenheit wurden bereits einige unbeschrankte Bahnübergänge beseitigt und durch Anlagen mit Schranken und Lichtzeichen ersetzt. So wurden in Warendorf-Einen-Müssingen und in Allendorf moderne Bahnübergangsanlage errichtet und unbeschrankte Bahnübergänge geschlossen. Auch jetzt laufen Planungen mit dem Ziel, alle unbeschrankten Bahnübergänge zwischen Telgte und Warendorf zu beseitigen und durch sogenannte technisch gesicherte Anlagen zu ersetzen. Dazu ist eine Kreuzungsvereinbarung von Bahn, Bund und des Eigentümers der Straße – in der Regel der Kommune – notwendig. Danach kann das Planfeststellungs- oder das Plangenehmigungsverfahren eingeleitet werden.

„Die sehr positive Entwicklung im regionalen Schienenverkehr hat auf vielen Strecken zu einer deutlichen Steigerung der Verkehre geführt. Außerdem sind die heute eingesetzten, modernen Schienenfahrzeuge schneller und gleichzeitig geräuschärmer. Damit steigt das Unfallrisiko an unbeschrankten Bahnübergängen. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die Initiative „Verhalten an Bahnübergängen", betont Burkhard Bastisch, Geschäftsführer NWL.

Thomas Görtzen, Geschäftsführer Keolis Deutschland, ergänzt: „Bahnverkehr und Schienennetz bilden ein hoch komplexes System, das in allen Punkten zuerst an Sicherheitserfordernissen orientiert ist. Dazu gehören geschlossene Schranken und gefühlt lange Wartezeiten an Bahnübergängen. Das Missachten dieser Regeln gefährdet nicht nur das eigene Leben, sondern auch das aller Beteiligten im Zug oder hinter den Schranken.“

Jörg Ackmann von der Bundespolizei: „Schienenfahrzeuge haben Vorrang so die Bedeutung des Andreaskreuzes. Aus gutem Grund, denn die Bremswege der Züge sind mit bis zu 1000 m wesentlich länger als beim Auto. Der Lokführer hat kaum eine Chance, den Zug rechtzeitig vor Ihnen anzuhalten. Das Verhalten von Straßenverkehrsteilnehmern an Bahnübergängen ist im § 19 der  Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt.

Tipps der Bundespolizei für Ihre Sicherheit auf Bahnanlagen finden Sie hier.

Bleiben Sie im Straßenverkehr stets aufmerksam, insbesondere an Bahnübergängen - auch wenn Sie dort "noch nie" einen Zug gesehen haben. Eigene Vorsicht ist der beste Unfallschutz".

„Bereits 2011 hat es Gespräche mit den Kommunen, dem Eisenbahnbundesamt und dem Kreis Warendorf gegeben, um die Situation zu analysieren. Allen Beteiligten war damals klar, dass die durch den Faktor Mensch verursachten hohen Unfallzahlen deutlich reduziert werden müssen. Aus diesem Grunde engagieren wir uns gemeinsam mit den Kommunen und Aufgabenträgern, um den Rückbau von Bahnübergängen zu forcieren“, so Hans Mattevi, Leiter Regionalnetz Münster-Ostwestfalen der DB Netz AG. 

 

Hinweis für die Medienvertreter: Der Verkehrssicherheitstag ist für den Herbst dieses Jahres bzw. für das Frühjahr des kommenden Jahres geplant. Der genaue Termin  wird rechtzeigt veröffentlicht. In die Zeit vom 18. bis 20. Mai 2017 ist in Hamm/Westfalen der diesjährige Verkehrssicherheitstag der Bundespolizei.

kontakt

Danica Dorawa
KEOLIS Deutschland GmbH & Co. KG

0160 / 97 28 38 50

presse(at)keolis.de