FAQ – Folgen des Streiks


Vom 08. Dezember 2019 bis einschließlich 09. Januar 2020 wurde Keolis Deutschland von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bestreikt. Nach einem neuen Verhandlungsangebot und einer zweiwöchigen Streikunterbrechung hat Keolis Deutschland gemeinsam mit der EVG ein Verhandlungsergebnis erzielt, welches in einer Urabstimmung durch die EVG-Mitglieder am 24. Januar angenommen wurde. Damit ist der Streik offiziell beendet.

 

Der Streikschwerpunkt lag in der eurobahn-Werkstatt in Hamm-Heessen. Die Kollegen in der Werkstatt geben ihr Bestes neben dem laufenden Betrieb, Liegengebliebenes abzuarbeiten, um die Auswirkungen schnellstmöglich zu minimieren und in voller Stärke den eurobahn-Service wieder anbieten können. Wöchentlich wird sich die Abarbeitung der Fahrzeugflotte positiv auf den Betrieb der eurobahn auswirken. Nichtsdestotrotz kann es weiterhin aufgrund von Abarbeitungen sowie Fristarbeiten zu Sitzplatzabweichungen kommen. Die Auswirkungen der fünfwöchigen Arbeitsniederlegungen in der eurobahn-Werkstatt in Hamm-Heesen haben aufgrund dessen längerfristige Folgen.

Wir informieren detailliert unter https://www.eurobahn.de/verkehrslage/ über die aktuelle Situation. Neben Kapazitätsabweichungen sind folgende Linien in Teilabschnitten noch von Einschränkungen oder Ausfällen betroffen: RB 65 - Ems-Bahn / RB 66 - Teuto-Bahn / RE 78 - Porta-Express / RB 89 - Ems-Börde-Bahn.

Im Detail:

RB 65: Ab Donnerstag, 23. Januar steht entlang der Linie RB 65 der Halbstundentakt allen Fahrgästen der eurobahn wieder zur Verfügung. Das Sitzplatzangebot wird anfangs noch reduziert angeboten, bis die Flotte wieder vollständig gewartet ist.

RB 66: Die Linie wird wieder Fahrt am Donnerstag, 23. Januar aufnehmen. Der Busnotverkehr bleibt noch bis einschließlich Freitag, 24. Januar alternativ bestehen. Keolis hält bis Freitag am Busnotverkehr fest, damit alle Fahrgäste spätestens ab Montag, 27. Januar wieder über die wieder reguläre Nutzung der Teuto-Bahn informiert sind. Bis die Fahrzeugflotte wieder vollständig die Werkstatt verlassen kann, sind noch Sitzplatzeinschränkungen erforderlich.

RE 78: Fahrgäste der Linie RE 78 können ebenfalls ab Donnerstag, 23. Januar wieder zwischen Bielefeld und Minden mit dem Porta-Express ihr Reiseziel erreichen. Der eingerichtete Busnotverkehr bleibt parallel bis einschließlich Freitag, 24. Januar bestehen. Für den Streckenabschnitt Minden – Nienburg gilt weiterhin das Schienenersatzkonzept bis weitere Fahrzeuge dem Betrieb zugeführt werden können.

RB 69/89: Bereits zum Ende der Woche ab Donnerstag, 23. Januar wird entlang der Linie RB 69/89 zwischen Münster und Hamm das Sitzplatzangebot wieder verstärkt; sodass die Ems-Börde-Bahn wieder in Doppeltraktion fahren wird. Die nächsten Steps lauten Wiedereinführung des Halbstundentaktes auf dem Abschnitt Münster - Hamm - Paderborn sowie die Bedienung der Teilstrecke Paderborn – Warburg. Sukzessive werden die Umsetzungen erfolgen und vorab von Keolis Deutschland kommuniziert. Die eurobahn bietet weiterhin für den Teilbereich Paderborn – Warburg den Busnotverkehr. Alternativ wird auf die Linie RE 11/RRX verwiesen.

Die Auswahl der Linien, welche durch Busse ersetzt werden, ergibt sich durch eine gründliche Analyse des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs im Umkreis. Wichtig sind vor allem, die Konsequenzen für die Fahrgäste und das gesamte Fahrplansystem so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Ausschlaggebend ist dabei unter anderem, ob eine Linie oder Teilabschnitte der Linie auch durch ein anderes Angebot bzw. ein anderes Eisenbahnverkehrsunternehmen bedient wird. Alle Entscheidungen werden letztlich in enger Abstimmung mit den zuständigen Aufgabenträgern getroffen.

Streikaktivitäten gelten – so wie Unwetter – als höhere Gewalt. Fahrgäste haben die Möglichkeit, eine Erstattung über die sogenannten Fahrgastrechte zu erwirken. Voraussetzung ist eine Verspätung am Zielort von mehr als 60 Minuten. Zu beachten ist, dass die Mobilitätsgarantie der Nahverkehrsbetriebe im Streikfall nicht gilt. Aufwendungen für die Nutzung eines privaten Pkw werden nicht übernommen.

  • Bei einer Verspätung am Zielort von mehr als 60 Minuten können 25 Prozent des Fahrpreises für die Gesamtstrecke zurückgefordert werden.
  • Ab 120 Minuten Verspätung am Zielort können Fahrgäste 50 Prozent des Fahrpreises zurückfordern.

Das Formular für die Fahrgastrechte gibt es hier:
Formular herunterladen (PDF)

Folgende Belege sind dem Formular beizulegen:

  • für Entschädigungen das Originalticket oder eine Kopie des Tickets/Zeitkarte
  • für Erstattungen die Originalbelege (z. B. bei Nichtantritt oder Abbruch der Reise oder bei Reservierungen und Fahrradkarten, die aufgrund von Verspätung nicht genutzt werden konnten sowie für den Fall, dass für die Nutzung eines anderen Zuges, eines anderen Verkehrsmittels oder Übernachtungen, Kosten entstanden sind)
  • Bestätigung der Verspätung (Im verspäteten Zug geben die Kundenbetreuer entsprechende Formulare mit Datum, Zeitpunkt und Zuglinie / -nummer der Reise aus)
  • Das ausgefüllte Formular zusammen mit allen Belegen ausdrucken und per Post an folgende Adresse senden:
    DB Dialog | Servicecenter Fahrgastrechte | 60647 Frankfurt am Main
    Alternativ können sie in einem Reisezentrum der DB oder im Kundencenter der eurobahn abgegeben werden
  • Fahrgastrechteformulare werden innerhalb eines Monats bearbeitet